Die Nachsorge ist ein wichtiger Bestandteil im Rahmen Ihrer Darmkrebserkrankung. Sie hat vor allem folgende Ziele:
- frühzeitiges Erkennen neu auftretender Tumoren oder möglicher Metastasen
- Feststellen begleitender Erkrankungen
- individuelle Unterstützung des Patienten, z. B. bei künstlichem Darmausgang
In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten sind der Umfang und die zeitlichen Abstände der Nachsorgeuntersuchungen festgelegt. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Kontrolluntersuchungen zu welchen Zeitpunkten empfohlen werden. In den ersten zwei Jahren werden im Allgemeinen alle drei bis sechs Monate folgende Untersuchungen durchgeführt:
Klinische Untersuchung
Körperliche Untersuchung, Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, insbesondere der Leber (Darmspiegelung, Röntgenaufnahme des Brustkorbs, eventuell auch Computertomografie werden in der Regel in größeren Zeitabständen durchgeführt).
Blutuntersuchung
Neben den üblichen Laboruntersuchungen wird nach den Tumormarkern CEA und CA 19-9 gesucht, denn ihre Bestimmung ist für die Verlaufskontrolle und Nachsorge von großer Bedeutung. Tumormarker sind spezielle Substanzen, die von einigen Krebsarten gebildet und ins Blut abgegeben werden. Die Ergebnisse der Nachsorgeuntersuchungen werden in Nachsorgepässen dokumentiert.
Keine Angst vor der Nachsorge!
Für viele Patienten ist der Gang zur Nachsorge deshalb besonders schwer, weil er sie immer wieder an ihre Krankheit erinnert. Dennoch sollte eine gewissenhafte und regelmäßige Nachsorge an oberster Stelle stehen. So können z. B. bei der Darmspiegelung im Rahmen der Nachsorge eventuelle neue Darmpolypen direkt ohne Operation entfernt werden, und ein erneutes Krebswachstum lässt sich so verhindern. Besonders wichtig ist die frühzeitige Entdeckung eines neuen Tumors, denn dies macht eine erfolgreiche Therapie in den meisten Fällen möglich. Auch das frühzeitige Erkennen von Metastasen, insbesondere Lebermetastasen, ermöglicht häufig eine vollständige operative Entfernung.
Zur Nachsorge gehören aber nicht nur die medizinischen Untersuchungen. Ein mindestens ebenso wichtiger Bestandteil ist die Nachbetreuung des Patienten, denn viele Menschen sind aufgrund ihrer Krebserkrankung physisch wie psychisch stark belastet.
Bei Fragen und Problemen stehen Ihnen unsere Ärzte und Fachkräfte zur Seite. Sie werden versuchen, gemeinsam mit Ihnen Lösungen zu finden. Bei Fragen zur Pflege helfen Ihnen unser Pflegepersonal und unsere Stomatherapeuten. Sollte für Sie eine Ernährungsumstellung notwendig sein, so erarbeiten unsere Ernährungsberater einen individuellen Ernährungsplan für Sie.
Leben mit einem künstlichen Darmausgang
Einige Patienten müssen nach ihrer Darmkrebsoperation mit einem künstlichen Darmausgang leben. Dieser ist aber nach heutigem Stand für einen gut unterrichteten Patienten kaum noch mit Einschränkungen im Alltag verbunden. So sind Hygiene und Geruchsbildung keine Probleme mehr. In einer umfassenden Beratung durch unsere Stomatherapeuten im Krankenhaus oder zu Hause wird Ihnen z. B. erklärt, wie und in welchen Zeitabständen der Kolostomiebeutel gewechselt wird. Außerdem wird das für Sie geeignete Hilfsmittel ausgewählt, damit Sie wieder schnell ein weitestgehend „normales“ Alltagsleben führen können. Für manche Patienten ist der Kontakt mit anderen Betroffenen hilfreich und wichtig.
