Wenn Sie Ihren Mitmenschen von Ihrer Krebserkrankung erzählen, könnten Sie auf unterschiedliche Reaktionen stoßen. Sie werden hoffentlich viel positiven Beistand erfahren. Wir raten Ihnen mit Menschen, die Ihnen nahestehen, über Ihre Erkrankung, Ihre Ängste, Sorgen, Nöte und Gefühle zu sprechen. Denn auch bei Ihren Angehörigen und Freunden könnte die Erkrankung Verunsicherung und Angst hervorrufen. Dennoch sollten Sie versuchen Ihren Mitmenschen deutlich zu machen, inwieweit Sie über Ihre Erkrankung sprechen möchten. Es könnte für alle hilfreich sein, wenn Sie Ihnen mitteilen, wo Sie Unterstützung benötigen.
Leben mit Darmkrebs - wichtige Aspekte im Alltag
Die Art und Weise sowie das Ausmaß der Informationen über Ihre Krankheit sind in hohem Maße von der Beziehung, die Sie zu dem jeweiligen Mitmenschen haben, abhängig. So sind die Informationen bei Kindern sehr vom Alter bestimmt. Versuchen Sie daher Ihnen altersgerecht Ihre Erkrankung und Ihre Gefühle und Ängste zu erklären. Für Ihre Partnerbeziehung kann es stärkend und Nähe schaffend sein, auch über Sexualität zu sprechen. Viele Frauen und Männer verspüren zunächst wenig oder gar kein sexuelles Bedürfnis, haben aber einen umso stärkeren Wunsch nach Körperkontakten wie Umarmungen und Zärtlichkeiten. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über diesen Bereich!
Darmkrebs ist ein Thema, das die ganze Familie betrifft. Denn bei knapp 30 % aller Darmkrebsfälle liegt eine genetische, familiäre Belastung vor. Das bedeutet, dass – wenn bei einem Familienmitglied Darmpolypen oder Darmkrebs festgestellt werden – für direkte Verwandte ebenfalls ein erhöhtes Risiko besteht, an einem bösartigen Darmtumor zu erkranken. Regelmäßige Früherkennungsmaßnahmen und die Krebsvorsorge sind deshalb besonders wichtig. Wie gesagt: Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung ist fast immer eine vollständige Heilung möglich.
Patienten mit verkürztem Darm, beeinträchtigtem Schließmuskel oder Stoma müssen oft Geduld haben, ihre Verdauung wieder in den Griff zu bekommen. Zu Anfang sind nach Dickdarmkrebs im Allgemeinen häufigerer Stuhlgang und ein eher dünnflüssiger Stuhl üblich. Dies ist allerdings zumeist nur vorübergehend der Fall. Konnte bei Operationen des Mastdarmes nur ein geringer Teil des Enddarmes erhalten werden, so ist auch hier ein häufigerer Stuhlgang zu bemerken. Dieser normalisiert sich oft erst 6 bis 12 Monate nach der Operation. Die Ursachen für Blähungen, Völlegefühl, Durchfall oder unbeabsichtigten Stuhlabgang sind sehr unterschiedlich und lassen sich deshalb am besten von jedem Erkrankten selbst herausfinden.
Ausgedehnte Spaziergänge und sportliche Betätigung an der frischen Luft tun Ihnen auch bei Darmkrebs gut. Es ist nachgewiesen, dass sie den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Bequeme, nicht beengende Kleidung ist wichtig, weil sie die Durchblutung nicht behindert. Das Verhältnis zwischen Belastungs- und Erholungsphasen sollte ausgeglichen sein. Muten Sie Ihrem Körper nicht zu viel zu.
In den Erholungsphasen wirkt eine entspannende und entstauende Körperstellung unterstützend. Ganz wichtig: Überfordern Sie sich nicht beim Sporttreiben! Denn damit erreichen Sie das Gegenteil: Der Körper wird geschwächt.
Empfehlenswerte Sportarten sind:
- Rad fahren
- Schwimmen
- Joggen
- Nordic Walking
Außerdem nehmen Sie sich folgende Ratschläge zu Herzen:
- Machen Sie ausgedehnte Spaziergänge.
- Benutzen Sie die Treppe anstelle des Aufzugs.
- Gehen Sie kurze Entfernungen zu Fuß.
- Kurzum: Bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag.
Bevor Sie sich für eine Sportart entscheiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Ihre Wahl für Sie geeignet ist, und fragen Sie ihn, wann Sie beginnen können!
An Angehörige
Auch bei Angehörigen und Freunden kann die Diagnose „Darmkrebs“ Betroffenheit und Angst auslösen: eine natürliche Reaktion auf eine außergewöhnliche Situation.
Eine besondere Herausforderung an Sie stellt dabei die Art bzw. das Ausmaß Ihrer Hilfestellung für die Erkrankte dar. Einerseits sollten Sie nicht überfürsorglich sein, denn damit vermitteln Sie der Erkrankten das Gefühl der Entmündigung und entmutigen sie. Andererseits möchten Sie die Erkrankte dabei unterstützen, dass sie sich nicht in Angst, Hoffnungslosigkeit oder Wut verliert.
Erlauben Sie uns einige Anmerkungen / Empfehlungen:
- Suchen Sie immer wieder das offene Gespräch! Geben Sie Missverständnissen keine Zeit und keinen Raum! Versuchen Sie, immer wieder Einigung zu erzielen!
- Bei aller Rücksichtnahme: Ignorieren Sie nicht Ihre eigenen Bedürfnisse und die anderer Familienmitglieder, damit sich keine negativen Emotionen aufstauen können!
Informieren Sie sich gern bei uns über die Erkrankung und die anstehenden Behandlungen! Sie können mit Ihrer erkrankten Angehörigen oder allein zu uns kommen. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung, vorausgesetzt, Ihre Angehörige hat uns ihr Einverständnis dazu gegeben.
