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Der Darm - einfach erklärt

Damit Sie besser verstehen, was in Ihrem Körper passiert, ist es hilfreich, den Aufbau des Darms zu kennen.

Der Darm ist ein zentraler Teil unseres Verdauungssystems. Er schließt direkt an den Magen an und ist insgesamt ungefähr fünf bis sieben Meter lang. Man kann sich den Darm wie einen langen, weichen Schlauch vorstellen, der in lockeren Schlingen im Bauchraum liegt. 

Der Darm besteht aus zwei großen Abschnitten: dem Dünndarm und dem Dickdarm.  
Der Dünndarm ist der erste Abschnitt nach dem Magen. Er umfasst 

  • den Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • den Leerdarm (Jejunum) und
  • den Krummdarm (Ileum) 

Im Dünndarm findet der wichtigste Teil der Verdauung statt: Hier werden Nährstoffe aus der Nahrung – zum Beispiel Zucker, Eiweiß und Fette, aber auch Vitamine und Mineralstoffe – in den Körper aufgenommen.

An den Dünndarm schließt sich der Dickdarm an. Er ist kürzer, aber etwas weiter als der Dünndarm und bildet einen Rahmen um die Darmschlingen. Der Dickdarm gliedert sich in: 

  • den aufsteigenden Dickdarm
  • den quer verlaufenden Dickdarm
  • den absteigenden Dickdarm und
  • den s-förmig verlaufenden Abschnitt, das Sigma

Daran schließen sich der Mastdarm (Enddarm) und schließlich der Anus an. Im Dickdarm wird vor allem Wasser aus dem Nahrungsbrei zurückgewonnen, sodass der Stuhl geformt wird. Außerdem leben hier viele Milliarden Darmbakterien, die bei der Verdauung helfen und wichtig für das Immunsystem sind. Zusammen arbeiten Dünn- und Dickdarm also wie ein eingespieltes Team: Der Dünndarm sorgt dafür, dass die wichtigen Nährstoffe in den Körper gelangen, während der Dickdarm Wasser zurückhält, den Stuhl formt und ihn schließlich über Mastdarm und Anus ausscheidet.

 

Risiken Darmkrebs

Es kann jeden treffen!

Wie bereits eingangs gesagt: Darmkrebs- darunter sind Krebserkrankunge des Dickdarms und des Mastdarms zu verstehen- kommt viel öfter vor, als die meisten denken, und gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Allein in Deutschland erkranken jährlich über 35.000 Menschen an dieser Krebsart, Frauen und Männer in gleichem Maße. Zwar sind die genauen Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs bis heute nicht vollständig geklärt, aber wir wissen sehr viel mehr über seine Vorstufen und darüber, wie man vorbeugen kann.

In den meisten Fällen entwickelt sich Darmkrebs nicht plötzlich, sondern über viele Jahre aus zunächst gutartigen Schleimhautwucherungen, den sogenannten Darmpolypen (Adenomen). Studien zeigen, dass rund 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen aus solchen Polypen hervorgehen. Diese Polypen sind anfangs gutartig – erst durch zusätzliche Veränderungen im Erbgut der Zellen können sie sich im Laufe der Zeit in einen bösartigen Tumor verwandeln.

Genau hier setzt die Vorsorge an: Bei einer Darmspiegelung können Polypen frühzeitig entdeckt und meist direkt entfernt werden. Auf diese Weise lässt sich das Risiko, überhaupt an Darmkrebs zu erkranken, in sehr vielen Fällen deutlich senken. Auch wenn bereits ein Darmkrebs entstanden ist, sind die Heilungschancen in einem frühen Stadium sehr gut. Wenn der Tumor noch auf die Darmwand begrenzt ist und sich nicht auf andere Organe ausgebreitet hat, können heute etwa 9 von 10 Betroffenen durch eine konsequente Behandlung langfristig geheilt werden.

Deshalb ist es so wichtig, angebotene Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Je früher Vorstufen oder ein Darmkrebs entdeckt werden, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und die Aussichten auf Heilung.

Risikofaktoren

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Im Laufe des Lebens sammeln sich in den Zellen kleine Schäden im Erbgut (Mutationen) an. Gleichzeitig werden die körpereigenen Reparaturmechanismen weniger effizient. Das begünstigt die Entstehung einzelner entarteter Zellen und erleichtert deren Vermehrung.

Epidemiologische Daten zeigen, dass Darmkrebs überwiegend eine Erkrankung des höheren Lebensalters ist. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern um das 71. Lebensjahr, bei Frauen etwa bei 75 Jahren. Nur etwa 10 % der Darmkrebserkrankungen treten vor dem 55. Lebensjahr auf. 

Darmkrebs bei jüngeren Menschen ist selten, nimmt in den letzten Jahren aber leicht zu. Insbesondere bei Menschen mit erblicher Veranlagung oder bestimmten Vorerkrankungen kann Darmkrebs schon deutlich vor dem 50. Lebensjahr auftreten. Tritt Darmkrebs unter 50 Jahren auf oder gibt es mehrere Fälle in der Familie, sollte immer an ein familiär erhöhtes Risiko gedacht und eine genetische Beratung in Erwägung gezogen werden.

Bei einem Teil der Darmkrebserkrankungen spielen angeborene genetische Veränderungen eine wichtige Rolle. Man geht heute davon aus, dass etwa 5 bis 10 von 100 Darmkrebspatient:innen eine erblich bedingte Form der Erkrankung haben; diese Menschen erkranken häufig in vergleichsweise jungen Jahren. Sie können die veränderten Gene an ihre Kinder weitergeben, sodass auch bei diesen ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht. Das Risiko ist zum Beispiel erhöht, wenn erstgradige Angehörige – also Eltern, Geschwister oder Kinder – bereits Darmkrebs hatten oder wenn bei ihnen wiederholt Dickdarmpolypen (Adenome) festgestellt wurden. Bestimmte Formen dieser Polypen gelten als Vorstufen von Darmkrebs.

Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn Darmkrebs in der Familie bereits aufgetreten ist und die Betroffenen bei der Diagnose jünger als etwa 45 bis 50 Jahre waren oder wenn mehrere Angehörige betroffen sind. In solchen Fällen kann eine genetische Beratung und ein angepasstes Vorsorgeprogramm sinnvoll sein. Auch wenn ein erbliches Risiko besteht, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass man tatsächlich an Darmkrebs erkrankt. Mit regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen – insbesondere der Darmspiegelung – lässt sich das persönliche Risiko häufig deutlich senken.

Menschen mit langjährigen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn haben ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Der dauerhafte Entzündungsprozess kann die Darmschleimhaut verändern und über viele Jahre hinweg bösartige Zellveränderungen begünstigen. Deshalb werden Betroffenen nach einer bestimmten Krankheitsdauer regelmäßige Kontrollkoloskopien durchgeführt, um frühe Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Bei Menschen, bei denen bereits Darmpolypen entdeckt und entfernt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, im Laufe des Lebens erneut Polypen zu entwickeln. Solche Polypen sind zunächst gutartig, können sich aber – wenn sie über Jahre bestehen bleiben – zu bösartigen Tumoren entwickeln. Regelmäßige Nachsorge-Koloskopien sind daher wichtig, damit neue Polypen früh erkannt und entfernt werden können, bevor sich daraus Darmkrebs entwickelt.

Die Art, wie wir leben und essen, hat einen spürbaren Einfluss auf das Darmkrebsrisiko. Studien zeigen, dass eine Ernährung mit viel rotem und verarbeitetem Fleisch und gleichzeitig wenig Ballaststoffen – zum Beispiel aus Vollkornprodukten, Obst und Gemüse – das Risiko erhöhen kann. Umgekehrt wirkt eine überwiegend pflanzenbetonte, ballaststoffreiche Kost eher schützend. Auch der Lebensstil spielt eine wichtige Rolle: Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und regelmäßiger, höherer Alkoholkonsum erhöhen das Risiko für Darmkrebs. Schon vergleichsweise kleine Veränderungen – mehr körperliche Aktivität im Alltag, etwas Gewichtsabnahme, weniger Alkohol und ein Rauchstopp – können dazu beitragen, das eigene Risiko zu senken.

Nachdem Sie nun einige wichtige Risikofaktoren kennen, möchten wir Sie ermutigen, diese Informationen als Chance zu sehen: Vieles können Sie aktiv beeinflussen – etwa durch eine angepasste Lebensweise und die Nutzung der angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Beides zusammen kann helfen, Ihr persönliches Risiko zu verringern und Sie auf Ihrem Weg zu mehr Gesundheit und Sicherheit zu unterstützen.

Kostenlose Vorsorgeuntersuchung

Menschen ab 50 Jahren haben in Deutschland Anspruch auf kostenlose Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs. Diese Vorsorgeangebote sind Teil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms und werden von den Krankenkassen übernommen.

Zu einer solchen Vorsorgeuntersuchung gehört zunächst ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt über Vorerkrankungen, familiäre Belastung und aktuelle Beschwerden. Anschließend kann eine körperliche Untersuchung erfolgen. Dabei wird häufig der Enddarm mit dem Finger abgetastet (digitale rektale Untersuchung). So lassen sich manche, vor allem nahe am Darmausgang gelegene, Veränderungen ertasten. Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl. Dabei wird mit einem immunologischen Stuhltest (iFOBT) geprüft, ob kleinste Blutspuren vorhanden sind, die mit dem Auge nicht zu erkennen sind. Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch Krebs, muss aber immer genauer abgeklärt werden.

Fällt der Stuhltest positiv aus oder bestehen andere Auffälligkeiten, ist eine genauere Untersuchung des Darms notwendig. In diesem Fall wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen, bei der die Schleimhaut des gesamten Dickdarms von innen betrachtet werden kann. 

 

Für Frauen und Männer ohne besondere Risikofaktoren gilt aktuell folgender Zeitplan für die Darmkrebsfrüherkennung:

  • Ab dem 50. Lebensjahr: Anspruch auf Beratung zur Darmkrebsfrüherkennung mittels Darmspiegelung. Wer sich zunächst gegen eine Darmspiegelung entscheidet, kann ab 50 Jahren alle zwei Jahre einen immunologischen Stuhltest auf verborgenes Blut durchführen lassen. Fällt dieser Test auffällig aus, besteht immer Anspruch auf eine Abklärungskoloskopie.

Diese Empfehlungen gelten für Personen ohne zusätzliches Risiko. Bei familiärer Vorbelastung oder bestimmten Vorerkrankungen kann es sinnvoll sein, früher und in kürzeren Abständen mit der Früherkennung zu beginnen. Dies sollte individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Erst wenn alle Untersuchungen ausgewertet sind, kann gemeinsam entschieden werden, welche Behandlung für Sie sinnvoll ist. Diese Entscheidung treffen wir nicht allein, sondern im Rahmen unserer regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenz. Daran nehmen Fachärztinnen und Fachärzte für Gastroenterologie, Chirurgie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie teil. So wird Ihr Befund aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und ein individuell auf Sie zugeschnittenes Behandlungskonzept erstellt.

Je nach Krankheitsstadium kommen unterschiedliche Verfahren infrage. Dazu gehören vor allem Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Häufig werden diese Methoden miteinander kombiniert, zum Beispiel als Vor- oder Nachbehandlung einer Operation. In bestimmten Situationen können auch moderne Immuntherapien eingesetzt werden. Alle Maßnahmen werden dabei möglichst schonend und passgenau an Ihre persönliche Situation angepasst